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40 Jahre Atelier FormStein in Mannheim: Eines unserer ausgefallensten Gebäude wird 30 Jahre alt!

11. Aug.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Aug.

„Eine Gebäudeskulptur als Gebäude für Skulpturen“, schrieb das Architekturmagazin Mikado 1995: Rosemarie Bitzigeio entwarf für den Steinmetz Hans Kaufmann aus Mannheim dessen Firmensitz in Mannheim-Gartenstadt. Das Gebäude umfasst Ausstellungsflächen, Büro- und Werkräume und besticht durch seine besondere Ästhetik: Der Kerngedanke des Entwurfs ist ein in den Boden gerammter Stein, das Gebäude aus streng geometrischen Formen scheint gekippt zu sein.




Der Wunsch des Bauherrn war, dass das Gebäude die Unternehmensphilosophie und die ausgefallene, künstlerische Herangehensweise Kaufmanns an seine Arbeit widerspiegelt: "Die junge Firma FormStein von Hans Kaufmann experimentiert mit raumgreifenden Steinskulpturen im Kontrapunkt zu Industriematerialien. Architektur für ein solches Unternehmen kann/muß die eingefahrenen Denkmodelle und die statisch-logischen Konstruktionen verlassen", liest man in Mikado.


Der Ausgangspunkt des Entwurfs von Bitzigeio ist ein in den Boden gerammter Steinquader. Das Hauptgebäude ist entsprechend ein schräg liegendes Rechteck. In dem als Holzkonstruktion ausgebildeten Kubus befinden sich der Ausstellungsraum, groß genug auch für großformatige Skulpturen, aufgeteilt in Erdgeschoss und Galerie, sowie abgetrennt Büro, Küche und WC. Im Nebengebäude liegen die Werkräume Kaufmanns, die in einen überdachten Innenhof übergehen. Die streng geometrische Formsprache und die markanten Schrägen des Hauptgebäudes finden sich überall wieder: Es gibt keine lotrechten Fenster, Treppen und Innenwände sind um die 60 Grad geneigt, die die Fassade vorgibt; die Tür zwischen Ausstellungsraum und Büro ist wie eine umgekehrte Dachgaube eingeschoben. Das Element des geneigten Quadrats prägt auch Details wie die Flügeltür zum Innenhof, in der die Silhouette des Gebäudes wiederholt wird.


Am 9. August 2026 feierte Hans Kaufmann sein 40-jähriges Firmenjubiläum. Wir danken für die Einladung, bei der wir uns davon überzeugen konnten, dass der Gebäudekomplex nicht nur in einem hervorragenden Zustand ist, sondern mit Kreativität, Kunst und Leben gefüllt: Inzwischen haben über 80 Kunstausstellungen darin stattgefunden, in der Vorweihnachtszeit gestaltet Kaufmann die 24 Quadrate der Glasfassade als Adventskalender und für die gesamte Familie ist das Gebäude das liebgewonnene Herzstück des Unternehmens.


"Dass ich nach 32 Jahren bei eurem Jubiläum in diesem Haus stehen durfte und nicht nur als Architektin von damals, sondern als Freundin eurer Familie vorgestellt wurde, macht mich besonders glücklich", sagt Rosemarie Bitzigeio. "Ich kann mir kaum ein schöneres Wiedersehen mit einem eigenen Gebäude vorstellen."

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